Telekom: DSL-Ausbau in Tübingen - Hintergrund

Nach zwei Ausbauprojekten können die Internetnutzer in Tübingen nun schnellere Internet-Anschlüsse bekommen - mit bis zu 100 MBit/s. Was bedeutet das aber nun konkret?

Die Stadt Tübingen profitierte in den letzten Jahren von gleich zwei 
DSL-Ausbauprojekten: 

Im Rahmen eines u.a. vom Land Baden-Württemberg geförderten Ausbaus 
hatten die Tübinger Stadtwerke - über ihre Telekommunikationstochter TüNet
-
vor einiger Zeit Glasfaserleitungen aus der Tübinger Innenstadt in die Ortsteile 
Bühl, Hirschau und 
Hagelloch verlegt, in denen in der Vergangenheit nur äußerst 
geringe DSL-Geschwindigkeiten zur Verfügung standen. In einer
daraufhin 
folgenden Ausschreibung bekam die Deutsche Telekom den Zuschlag für die 
Nutzung dieser Infrastruktur und baute hierfür sogenannte Outdoor-DSLAMs 
auf.  

Im Jahr 2014 folgte dann im Rahmen einer bundesweiten VDSL-Ausbauoffensive 
ein durch die Telekom selbst finanzierter Ausbau der "restlichen" Teile des
Tübinger Ortsnetzes. Hiervon profitierten auch die Gebiete, in denen zuvor 
bereits DSL-Anschlüsse mit bis zu 16 MBit/s (ADSL2+) oder gar 50 MBit/s
(VDSL) verfügbar waren. Ziel dieses Ausbaus war es, in (fast) dem ganzen 
Stadtgebiet schnelle VDSL-Anschlüsse mit bis zu 100 MBit/s (auch durch
Nutzung der neuen Vectoring-Technik) anbieten zu können.

Inzwischen steht die neu aufgebaute DSL-Technik zu Verfügung. Doch welche
Möglichkeiten bieten sich nun den Nutzern in den betroffenen Ortsteilen?
Und was ist mit Kunden anderer Provider?

Das Thema ist nicht ganz einfach, denn viele Provider setzen nicht oder nur
teilweise auf das DSL-Netz der Telekom und nutzen stattdessen oft eher
die DSL-Infrastukturen alternativer Anbieter (Vodafone, QSC, Telefonica).
Diese bauen aber ihre Technik lediglich in den jeweiligen Telekom-Hauptverteilern ("Vermittlungsstellen") auf, aus denen abgelegene Gebiete eben nur mit
reduzierter Bandbreite erreichbar sind.

Hinzu kommt, daß viele Ortsteile (wie z.B. Hirschau und Hagelloch)
telefontechnisch zu Tübingen gehören (Vorwahl 07071), der Tübinger
Ortsteil Bühl jedoch zu Rottenburg (07472).

Hintergründe und Informationen zu den Angeboten der wohl populärsten
Internet-Provider finden Sie nachstehend:


1.) DSL-Provider in Tübingen: Deutsche Telekom (Magenta Zuhause)

Nach Abschluß des Ausbaus stehen in Tübingen nun alle gängigen DSL-Produkte 
der Telekom zur Verfügung.

Dazu gehören im Wesentlichen die Telefon/Internet-Tarife aus der "Magenta
Zuhause-Reihe
", zu denen auf Wunsch auch noch die sogenannten "Entertain"-
Pakete für Fernsehen via Internet (IPTV) dazugebucht werden können.

Je nach genauer Lage des Anschlusses stehen damit nun Bandbreiten von bis zu
100 MBit/s zur Verfügung. In den Ortsteilen Bühl, Hirschau und Hagelloch
(erstes Ausbauprojekt) können jedoch maximal 50 MBit/s angeboten werden,
da die Telekom in öffentlich geförderten Ausbauprojekten noch kein Vectoring
(für VDSL 100 notwendig) nutzen kann.

Beachten Sie zudem auch, daß die an einem konkreten Anschluß nutzbare
maximale DSL-Geschwindigkeit von den jeweiligen technischen Gegebenheiten
abhängig ist.

Genaue Angaben zur Verfügbarkeit an einem bestimmten Standort und den dort
erhältlichen Tarifen erhalten Sie über den Online-Verfügbarkeitscheck der Telekom.

>>> zur Telekom-Homepage
>>> zu den Magenta Zuhause-Tarifen


2.) DSL-Provider in Tübingen: Vodafone

Der Provider Vodafone verfügt im Tübinger Ortsnetz über eigene DSL-Technik
in den Hauptverteilern der Telekom. Für die Verfügbarkeit ist zwischen den 
diversen Produkten von Vodafone zu unterscheiden:

a) Produkte mit ADSL (bis 16 MBit/s)

Diese werden über die Vodafone-eigene Technik in den Telekom-Hauptverteilern
geschaltet. Das kann für Nutzer in verschiedenen Teilorten wie z.B. Hirschau und 
Hagelloch bedeuten, daß diese Produkte dort nur mit eingeschränkter Geschwindigkeit 
(z.B. nur mit bis zu 6 statt bis zu 16 MBit/s) verfügbar sind. In vielen dieser Fälle
sind aber die schnelleren VDSL-Produkte von Vodafone verfügbar, denn diese
werden über die neue aufgebaute DSL-Technik der Telekom geschaltet. Klingt
komisch, ist aber durchaus möglich: 16 MBit/s können nicht angeboten werden,
aber eventuell 50 oder gar 100 MBit/s!

Kunden in Tübingen-Bühl werden auch bei ADSL-Produkten über die neue Outdoor
DSL-Technik der Telekom in Bühl versorgt, denn im Rottenburger Ortsnetz (zu dem
Tübingen-Bühl gehört) ist keine eigene DSL-Technik von Vodafone vorhanden -
für solche Regionen setzt Vodafone schon seit Jahren auf sogenannte Bitstrom-
Anschlüsse der Telekom. Daher sollten in Bühl alle gängigen Vodafone DSL-Tarife
für Privatkunden verfügbar sein.

b) Produkte mit VDSL (bis zu 50 bzw. bis zu 100 MBit/s)

Die schnellen VDSL-Anschlüsse setzen (vereinfach gesagt) kürzere Leitungswege
(zwischen DSL-Technik und Nutzer) voraus, als die konventionellen ADSL-Anschlüsse
mit geringeren Geschwindigkeiten. Weil Vodafone mit seiner eigenen DSL-Technik 
in den Hauptverteilern der Telekom somit ohnehin nur jeweils Nutzer in einem geringem 
Umkreis um diese Standorte mit VDSL versorgen könnte, greift Vodafone für seine
VDSL-Tarife in großem Umfang auf die DSL-Plattform der Telekom zurück (diese
baut ja immer mehr Ortsnetze aktiv für VDSL aus).

Auch die Kunden in Tübingen (egal ob im Ortsnetz 07071 oder 07472) können
hiervon profitieren und an vielen Standorten in Tübingen VDSL-Produkte
von Vodafone nutzen.

>>> mehr Infos zu den Vodafone-Tarifen


3.) DSL-Provider in Tübingen: 1&1 Doppel-Flats

1&1 dürfte der Anbieter mit der größten Anzahl an Vorleistungspartnern in 
Deutschland sein. Das bedeutet: 1&1 greift für die technische Realisierung 
seiner DSL-Pakete auf gleich mehrere Carrier zurück, je nach konkreter 
Verfügbarkeit in einem Anschlußbereich: Vodafone, Telefonica, QSC und 
schließlich auch Deutsche Telekom.

ADSL-Anschlüsse mit bis zu 16 MBit/s wurden dabei bislang soweit möglich über
Telekom-Konkurrenten geschaltet. Eine Anbindung über die Telekom selbst erfolgte 
meist nur in Gebieten, in denen keine alternativen Anbieter DSL-Technik in den
Telekom-Hauptverteilern aufgebaut hatten. Das Ortsnetz Rottenburg (07472) ist 
von Technikpartner QSC erschlossen, das Ortsnetz Tübingen (07071) sogar von 
Vodafone, QSC und Telefonica gleichermaßen. 

Demnach konnte man bislang davon ausgehen, daß in beiden Ortsnetzen keine 
Anbindung über Telekom-Technik erfolgt, sondern über die Infrastruktur eines 
Wettbewerbers. Das wiederum würde bedeuten, daß 1&1 eben nicht auf die neue
Outdoor-Technik der Telekom zurückgreift, sondern lieber wie bislang über die
Wettbewerber-Technik in den weiter entfernten Hauptverteilern schaltet.

Für die neuen VDSL-Angebote greift 1&1 aber im Rahmen eines Kontingentvertrages
in großem Umfang auf die DSL-Plattform der Telekom zurück. Auch für die neu 
ausgebauten Tübinger Ortsteile gibt 1&1 eine Verfügbarkeit von VDSL an. Diese 
Anschlüsse dürften also über die neuen Telekom-Outdoor-Standorte versorgt werden.

Im ADSL-Bereich wurde teilweise bereits beobachtet, daß 1&1 die im Rahmen
des VDSL-Kontingentes (kein Schreibfehler!) eingekauften Anschlüsse auch
für die Umschaltung von vorhandenen ADSL-Kunden verwendet. ADSL-Kunden
mit bis zu DSL 16000 werden also in diesen Fällen defacto auf VDSL umgeschaltet
(die Anschlüsse werden aber auf die im Vertrag enthaltene Geschwindigkeit
konfiguriert).

Das bedeutet konkret: Bei den VDSL-Tarifen können Nutzer auch bei 1&1 vom
Ausbau in Tübingen profitieren zu können. Bei ADSL-Anschlüssen läßt sich
nicht garantieren, wie 1&1 diese technisch konkret realisiert.

 
>>> mehr Infos zu 1&1 DSL


4.) DSL-Provider in Tübingen: o2 

Der vor allem aus dem Mobilfunkbereich bekannte Anbieter o2 Germany bindet
Neukunden inzwischen über die DSL-Plattform der Telekom an. 

Die o2-Mutter Telefonica Deutschland verfügt zwar auch über eigene DSL-
Technik in vielen Hauptverteilern der Telekom (so auch im Tübinger Ortsnetz 
07071; nicht jedoch im Rottenburger Ortsnetz 07472, welches auch Bühl versorgt),
hierüber sind aber üblicherweise nur noch Bestandskunden geschaltet.

Da o2 also die DSL-Plattform der Telekom nutzt, können Interessenten die
o2-Tarife mit bis zu 100 MBit/s auch in Tübingen nutzen.

>>> mehr Infos zu o2 DSL


6.) Die Alternative: Kabel Internet statt DSL - mit KabelBW Cleverkabel!

Der Kabelnetzbetreiber KabelBW ist von dem genannten Ausbau nicht betroffen,
da er nicht das Telefonnetz nutzt, sondern sein eigenes Breitbandkabelnetz 
("Kabelfernsehen"). Die Dienste des Unternehmens sind damit nur in den Gebäuden
nutzbar, die an das KabelBW-Netz angeschlossen sind (in der Regel also solche,
die in den 80er/90er Jahren an das damalige BK-Kabelfernsehnetz der damaligen
Bundespost / Telekom angeschlossen wurden).

Es sind nicht alle Ortsteile von Tübingen von KabelBW erschlossen - und auch
in erschlossenen Gebieten ist nicht jedes Haus ans KabelBW-Netz angebunden.

In angeschlossenen Gebäuden stehen die üblichen KabelBW-Internet-Tarife 
(jetzt sogar mit bis zu 200 MBit/s) zur Verfügung.

Informationen zur konkreten Verfügbarkeit für eine bestimmte Adresse
liefert der KabelBW-Verfügbarkeitscheck.
 
>>> mehr Infos zu den KabelBW-Tarifen



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