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Hintergrund: Wie leistungsfähig ist das Kabelfernsehnetz für Kabel Internet?

In immer mehr Orten ist mittlerweile auch Internet über das Fernsehkabel verfügbar. Aber wie leistungsfähig ist das Kabelnetz wirklich?

 

Das Kabelfernsehnetz wurde großteils in den 80er- und 90er-Jahren aufgebaut
und war ursprünglich nur für die Verteilung von Radio- und Fernsehprogrammen
geplant worden. 

In den letzten Jahren haben die Kabelnetzbetreiber, die das Fernsehkabelnetz 
(KabelBW, Unitymedia und Kabel Deutschland) vor einigen Jahren von der 
Telekom übernommen hatten, die Netze modernisiert.

Das bedeutet, die Netze wurden rückkanalfähig und für einen größeren
Frequenzbereich (oft bis hoch zu 862 MHz) ausgerüstet.

Damit stehen nun teilweise bis zu rund 100 Fernsehkanäle zur Verfügung. Von
diesen wird der Großteil für analoge Fernsehprogramme oder bis zu
mehrere hundert digitale Programme genutzt.

Für Kabel Internet wird so derzeit oft maximal eine Hand voll Kanäle
verwendet. Während es zum Start der Kabel Internet-Tarife oft nur ein bis
zwei Kanäle waren, stehen heute in vielen Netzen zwischen vier und acht
Kanälen zur Verfügung.

Jeder Fernsehkanal kann bei Kabel-Internet mit dem Standard Euro-DOCSIS
und dem Modulationsverfahren QAM256 rund 50 MBit/s übertragen. Bei
z.B. vier Kanälen stehen also demzufolge 200 MBit/s als nutzbare Kapazität
bereit. 

Diese Kapazität teilen sich alle Nutzer in einem mehr oder weniger großen 
Netzsegment (oft mehrere hundert bis im Extremfall mehrere tausend Nutzer).

Die Kabelmodems der Kunden bekommen (im alten DOCSIS2-Standard) dabei 
jeweils einen Fernsehkanal zugeteilt. Bei z.B. 200 Kunden in einem Netzsegment 
mit vier Kanälen ist es also denkbar, daß sich jeweils 50 Kunden auf einem Kanal 
befinden und sich dessen Kapazität von 50 MBit/s teilen.

Bei DSL-Anschlüssen hat hingegen jeder Nutzer erstmal bis zum sogenannten
DSLAM in der Vermittlungsstelle seine eigene Leitung. Aber natürlich ist auch 
hier die Anbindung ins Internet derart gestaltet, daß nicht jeder angeschlossene Nutzer
theoretisch zur gleichen Zeit mit voller Geschwindigkeit übertragen könnte.

Die sogenannte "Überbuchung" ist also in jedem Telekommunikationsnetz
mehr oder weniger stark erkennbar.

Bei Kabel Internet und den in den meisten Netzen angebotenen Geschwindigkeiten 
von bis zu 32 MBit/s (beim bisherigen DOCSIS 2-Standard) liegen die maximale 
Geschwindigkeiten pro Nutzer und die Gesamtkapazität eines Kanals jedoch 
relativ nahe beisammen. 

So können auf einem Kanal z.B. nicht einmal zwei Nutzer mit jeweils 32 MBit/s 
gleichzeitig mit voller Geschwindigkeit übertragen, da die Kapazität des Kanals 
ja nur 50 MBit/s beträgt.

Die Kabelnetzbetreiber können diesem Problem entgegenwirken - 
dazu haben sich gleich mehere Möglichkeiten:

a) Nutzung von mehr Fernsehkanälen für Kabel Internet

Dies könnte das einfachste Mittel sein, um zusätzliche Kapazitäten
für Kabel Internet zu schaffen, ist aber nur im Rahmen der verfügbaren
Fernsehkanäle möglich. Im Augenblick dürften die meisten Netze
noch über entsprechende Reserven verfügen.

b) Verkleinerung der Netzcluster

Bei einer Verkleinerung der Netzcluster teilt sich die gegebene Kapazität
eines Kanals zwischen weniger Kunden auf. Hier können aber unter
Umständen Tiefbauarbeiten auf der sogenannten Netzebene 3 (Verteilnetz
in den Straßen) nötig sein, um die neu entstehenden Netzcluster ans 
anbietereigene Backbone anbinden zu können.

c)  Umstellung auf (Euro-)DOCSIS 3.0

Die Umstellung auf den neueren Standard DOCSIS 3.0 wurde bereits in
vielen Netzen vorgenommen und wird manchmal als Ausweg aus teilweise
bestehenden Kapazitätsengpässen gesehen. Dies stimmt aber nur bedingt. 

Der Hauptvorteil von DOCSIS 3.0 ist die Fähigkeit, mehrere Kanäle
bündeln zu können. Aus z.B. vier Kanälen zu jeweils 50 MBit/s (die unter
Umständen unterschiedlich stark ausgelastet sind) wird so ein Kanalbündel 
von einmal 200 MBit/s. Jedes Kabelmodem bekommt dabei (gemeinsam
mit anderen Modems) ein solches Kanalbündel zugeteilt.

Das hat zwei Effekte: Zum einen sind erst auf diesem Weg hohe 
Anschlußgeschwindigkeiten von 50, 100 oder 150 MBit/s technisch
realisierbar. Zum anderen können damit die Kapazitäten effektiver 
ausgenutzt werden. Die Kapazität eines Kanals selbst erhöht sich aber nicht.

Den einzelnen Kabelnetzbetreibern wird also bei steigenden Kundenzahlen
und immer intensiverem Nutzerverhalten langfristig nichts anderes übrig bleiben, 
als die Anzahl der für Kabel Internet genutzten Kanäle zu erhöhen bzw. die 
Größe der Netzcluster zu verringern. Das ist möglich, aber nicht zum Nulltarif. 

Aussagen wie "das Fernsehkabel kann mehrere GBit/s übertragen"
sind so zwar theoretisch richtig, beziehen sich aber auf die Gesamtkapazität
des Fernsehkabels (von der ja wie gesagt der Großteil für Radio und
Fernsehen genutzt wird) und auch immer nur auf ein Netzcluster
insgesamt.

Informationen über Tarife und Verfügbarkeit von Kabel Internet
finden Sie auf den Webseiten der jeweiligen Kabelnetzbetreiber:
 
in Baden-Württemberg (KabelBW) >>> mehr Infos zu KabelBW
in Hessen und NRW (Unitymedia) >>> mehr Infos zu Unitymedia
in allen anderen Bundesländern 
(Kabel Deutschland)
>>> mehr Infos zu Kabel Deutschland



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 Letzte Aktualisierung: Fr. 7.9.2012  |  [Startseite]  [Mail]  [Links]  [Impressum]  |  (c) 2012 Christian Appenzeller