o2 Onlineschutz - sinnvoll oder unnötig?
Bei o2 kann man bei der Bestellung eines Festnetzanschlußes (DSL
oder Glasfaser) oder Mobilfunk-Tarifes auswählen, ob man "als
Willkommensgeschenk" den o2 Onlineschutz hinzubuchen möchte - doch
was hat es eigentlich damit genauer auf sich und ist diese Option
sinnvoll?
Im hauseigenen Onlineshop macht o2 mit folgenden Aussagen Werbung für den sogenannten Onlineschutz:
- Blockiert DNS-basiert automatisch gefährliche Links in SMS, WhatsApp und E-Mails
- Schützt alle Geräte in Deinem o2 Netz
- Sofort aktiv - keine App nötig
Diese Angaben sind nicht unbedingt für alle Nutzer sofort verständlich - mancher Nutzer mag sich vielleicht auch wundern, wie dieser Schutz funktionieren soll, wenn man gar keine spezielle Software bzw. App dafür braucht.
Ein paar technische Grundlagen zum Hintergrund: Im Internet haben wir uns längst daran gewöhnt, einen gewünschten Internet-Dienst über seine entsprechende Domain aufzurufen - also z.B. www.google.de - was dabei viele Nutzern nicht bewußt ist: Die Adressierung im Internet erfolgt mit sogenannten IP-Adressen - ähnlich wie Telefonnummern bei Telefonieren oder die Postleitzahl beim Briefeschreiben.
Die vom Nutzer aufgerufene Domainadresse muß also in die dazugehörige IP-Adresse umgewandelt werden - das erledigen sogenannte DNS-Server. Die Bezeichnung "DNS" hat in diesem Falle nichts mit Gentechnik oder dergleichen zu tun, sondern steht hier schlicht und einfach für "Domain Name Service" - im Grunde wie eine Art Telefonbuch, nur daß beim DNS-Server eben nicht Namen und Telefonnummern einander zugeordnet werden, sondern Domains und IP-Adressen. Bei den IP-Adressen gibt es dabei zwei Standards: IPv4 und IPv6.
Ein DNS-Server wird also für die Nachfrage nach den IP-Adressen von www.google.de z.B. folgende IP-Adressen zurückliefern:
- 142.251.143.3 (IPv4) bzw. - 2a00:1450:4001:804::2003 (IPv6)
Mit der korrekten IP-Adresse können PC, Smartphone und Co. dann den passenden Zielserver erreichen und dort den gewünschten Dienst anfordern. Ohne DNS-Server müßte jeder Nutzer selbst wissen, wie die IP-Adresse des Zielservers lautet - gerade heutzutage unvorstellbar.
Der o2-Onlineschutz setzt nun genau an dieser Stelle der Übersetzung von Domainadresse in IP-Adresse an. Domains/Server, die "negativ" auffallen und im Zusammenhang mit unseriösen oder illegalen Aktivitäten stehen, versucht der o2 Onlineschutz zu blocken, indem diese Domainadressen einfach nicht in die korrekte IP-Adresse übersetzt werden - damit sind sie für den betreffenden Nutzer nicht (mehr) erreichbar und er ist geschützt - zumindest in der Theorie.
Denn um dies wirksam umsetzen zu können, muß die "schwarze Liste" des Onlineschutzes vom Anbieter ständig aktualisiert werden - und auch dann ist kein hundertprozentiger Schutz möglich.
o2 stellt übrigens für diesen Dienst ein persönliches Dashboard im Internet zur Verfügung - man kann sich also über eine spezielle Internet-Seite einloggen und den Onlineschutz in bestimmten Grenzen konfigurieren - z.B. auch als Webfilter für den Kinderschutz (um festzulegen, welche Arten von Inhalten der eigene Nachwuchs im Internet aufrufen kann).
Eine weitere Funktion ist der "Identitätsschutz", dieser hält danach Ausschau, ob es Hinweise darauf gibt, daß Daten des Nutzers wie E-Mail-Adresse, Paßwörter oder Telefonnummer evtl. "geklaut" worden sein könnten.
Die Standard-Version des o2 Onlineschutzes darf auch nicht mit einem Virenscanner verglichen werden, denn das ist er nicht. Wenn sich der Nutzer also z.B. einen Virus in einer E-Mail einfängt, dann kann auch der Onlineschutz nichts dagegen machen (falls der Virus dann Kontakt zu einem dubiosen Server im Internet aufnehmen will, ist dieser Server vielleicht sogar durch den Onlineschutz gesperrt, falls er bereits bekannt ist, aber der Virus kann dann dennoch Schaden auf dem infizierten Endgerät anrichten). In der speziellen Plus-Version steht dann aber auch noch ein Programm von McAfee zum Virenschutz, etc. zur Verfügung. Aber auch hier gilt: Kein Schutz ist perfekt und jeder Nutzer sollte darauf achten, welche Internet-Seiten er besucht, was er an Programmen und Dateien herunterlädt bzw. aus welchen Quellen und welche Risiken durch E-Mail-Anhänge, etc. auftreten können.
Der o2 Onlineschutz wird in drei Varianten angeboten:
- o2 Onlineschutz (Flex): 30 Tage kostenlos, danach 2,49 EUR/Monat, monatlich kündbar > das ist die Variante, die direkt im Bestellprozeß für einen DSL-/Glasfaser- oder Mobilfunkvertrag angeboten wird
- o2 Onlineschutz mit 12 Monaten Mindestlaufzeit: 1,99 EUR/Monat (längere Vertragsbindung, dafür geringer monatlicher Grundpreis aber kein Freimonat)
- o2 Onlineschutz Plus: 30 Tage kostenlos, danach 5,00 EUR/Monat Diese Version bietet auch eine Software / App von McAfee für bis zu drei Endgeräte (Windows / Mac / Android / iOS) für Antivirus, VPN und weitere Sicherheitsfunktionen > diese Version bietet also - vereinfacht gesagt - auch einen Virenscanner von McAfee für drei Endgeräte im Abo
Kommentar: Ist der o2 Onlineschutz denn nun sinnvoll?
Das ist eine Frage, die sich nicht für jeden Nutzer allgemeingültig beantworten läßt.
Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Risiken und Bedrohungen im Netz. Gerade unerfahrene Nutzer können dabei evtl. vom o2 Onlineschutz profitieren. Wie oben bereits beschrieben, ist der normale Onlineschutz quasi ein netzbasierter Schutz vor bekannten fragwürdigen Internet-Adressen - da druch die Realisierung im Netz keine Extra-Software nötig ist, ist dies durchaus ein innovativer Ansatz. Mancher Nutzer mag sich aber vielleicht auch von einer solchen netzseitigen Sperre "bevormundet" fühlen, vor allem wenn sich mehrere Nutzer einen Anschluß teilen (z.B. in einer Familie oder WG).
Ein Virenschutz-Programme ist aber erst in der "Plus"-Variante enthalten und es gibt auf dem Markt auch viele andere solche Programme, zudem enthalten moderne Windows-Betriebssysteme mit dem Microsoft Defender auch schon einen gewissen Virenschutz.
Grundsätzlich gilt: Auch der beste Schutz ist nicht perfekt, ein gewisses Wisses rund um die Technik und Gefahren des Internets sollte heutzutage jeder Nutzer haben. Und dann bleibt letzlich auch jeder Nutzer selbst dafür verantwortlich, was er im Internet macht.
Mehr Informationen zu den o2 DSL-Tarifen finden Sie auf der o2-Homepage:
Hinweis: Diese Website enthält externe Links zu den Internet-Seiten der jeweiligen Anbieter. Bei einer Bestellung hierüber kann der Betreiber dieses Online-Dienstes eine Vergütung erhalten. Dies ermöglicht, daß dieser Dienst und seine umfassenden Inhalte und Informationen auch in Zukunft kostenfrei angeboten werden können. Sie haben als Nutzer keine Nachteile dadurch.
|